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Woran du einen guten Cloud-Anbieter erkennst – eine einfache Checkliste

Kriterienkataloge wie C5 oder C3A vom BSI helfen bei der Cloud-Auswahl. Hier eine einfache Checkliste für kleine Betriebe, Kanzleien und Praxen.

Woran du einen guten Cloud-Anbieter erkennst – eine einfache Checkliste

Bei der Wahl eines Cloud-Dienstes stellen sich viele die gleiche Frage: Woran erkenne ich, ob ein Anbieter gut zu mir passt? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat dafür Kriterienkataloge veröffentlicht, zum Beispiel C5 für Informationssicherheit und C3A rund um die Frage, wie selbstbestimmt man einen Cloud-Dienst nutzen kann. Diese Kataloge richten sich vor allem an Anbieter und größere Organisationen. Die Ideen dahinter kannst du aber ganz einfach für dich nutzen.

Kurz erklärt: C5 und C3A

  • C5 (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue) beschreibt Anforderungen an die Sicherheit von Cloud-Diensten. Viele Anbieter lassen sich danach prüfen.
  • C3A beschäftigt sich mit Kriterien rund um Souveränität – also zum Beispiel damit, wo Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und wie leicht man wechseln kann.

Für dich als kleiner Betrieb musst du diese Kataloge nicht durcharbeiten. Die folgende Checkliste greift die wichtigsten Gedanken auf.

Die Checkliste

FrageWorauf du achten kannst
Wo liegen meine Daten?Land und Rechenzentrum sollten klar benannt sein
Wer verarbeitet mit?Eine Liste der Unterauftragnehmer sollte einsehbar sein
Wie sicher ist der Dienst?Zertifikate oder Testate, etwa ISO 27001 oder C5, sind ein gutes Zeichen
Gibt es Backups?Was wird wie oft gesichert, und wie läuft eine Wiederherstellung?
Kann ich wechseln?Export in offenen Formaten, klare Kündigungsfristen
Wie erreiche ich den Support?In deiner Sprache und Zeitzone?
Ist die Software offen?Bei Open Source kannst du den Anbieter wechseln, ohne die Software zu wechseln

Warum Open Source hier punktet

Ein großer Vorteil von Open Source ist die Wahlfreiheit. Nextcloud, Element oder Vaultwarden laufen bei vielen verschiedenen Anbietern – oder auf deinem eigenen Server. Wenn ein Anbieter nicht mehr passt, kannst du die gleiche Software einfach woanders weiterbetreiben. Deine Daten, deine Gewohnheiten und deine Apps bleiben gleich.

Außerdem kannst du bei Open Source selbst entscheiden:

  • in welchem Rechenzentrum die Software läuft,
  • wie oft Backups gemacht werden,
  • wer Zugriff auf den Server hat.

Für Kanzleien und Praxen

Gerade wenn du mit vertraulichen oder sensiblen Daten arbeitest – etwa als Kanzlei, Steuerbüro oder Praxis –, lohnt es sich, die Checkliste in Ruhe durchzugehen. Wenn du unsicher bist, welche Anforderungen in deiner Branche gelten, frag am besten deine Kammer, deine Datenschutzberatung oder eine Rechtsberatung.

Kurz erklärt: ein paar Begriffe

  • Testat: Eine Bestätigung durch unabhängige Prüfer, dass bestimmte Anforderungen erfüllt sind.
  • ISO 27001: Ein internationaler Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme.
  • Unterauftragnehmer: Weitere Firmen, die ein Anbieter für seinen Dienst einsetzt, zum Beispiel ein Rechenzentrum.
  • Datenportabilität: Die Möglichkeit, Daten in einem gängigen Format mitzunehmen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Ergotherapie-Praxis sucht einen Anbieter für eine gemeinsame Dateiablage. Sie vergleicht zwei Angebote anhand der Checkliste:

FrageAnbieter AAnbieter B
DatenstandortDeutschland„EU" ohne genauere Angabe
UnterauftragnehmerListe öffentlichauf Anfrage
ZertifikatISO 27001keines genannt
ExportWebDAV, normale Dateiennur einzeln per Download
SupportDeutsch, per TelefonEnglisch, per Ticket

Beide Angebote können funktionieren. Die Praxis entscheidet sich für A, weil sie dort alle Antworten schnell und klar bekommt. Genau darum geht es: Die Checkliste macht die Entscheidung leichter und nachvollziehbar.

Tipp: Die Antworten aufheben

Speicher die Antworten der Anbieter zusammen mit dem Vertrag ab. So hast du alles beisammen, wenn Kund:innen fragen oder du deine Datenschutz-Dokumentation aktualisierst.

Fazit

Ein guter Cloud-Anbieter ist transparent: Er sagt dir, wo deine Daten liegen, wer mitarbeitet und wie du wieder herauskommst. Mit Open Source behältst du dabei zusätzlich die Freiheit, jederzeit zu wechseln. Wenn du Unterstützung bei der Auswahl möchtest, schau bei Beratung vorbei.

Wenn du das auch ausprobieren magst, helf ich dir gern dabei – schreib mir einfach.