Schleswig-Holstein setzt auf Open Source – was Betriebe lernen können
Schleswig-Holstein setzt auf Open Source – was Betriebe lernen können
Schleswig-Holstein ist ein richtig schönes Beispiel dafür, wie ein Umstieg auf Open Source in der Praxis funktionieren kann. Das Land stellt seine Verwaltungsarbeitsplätze seit einiger Zeit Schritt für Schritt auf offene Software um – vom Office-Programm bis zur Dateiablage. Was im Großen klappt, lässt sich wunderbar auf kleine Betriebe übertragen.
Was Schleswig-Holstein macht
Das Land hat sich für einen modularen Weg entschieden: Nicht alles auf einmal, sondern Baustein für Baustein. Zu den wichtigsten Bausteinen gehören:
| Bereich | Open-Source-Lösung | Ersetzt typischerweise |
|---|---|---|
| Office-Dokumente | LibreOffice | Word, Excel, PowerPoint |
| E-Mail und Kalender | Open-Xchange und Thunderbird | Exchange und Outlook |
| Dateiablage | Nextcloud | Netzlaufwerke, SharePoint |
| Betriebssystem | Linux | Windows (langfristig) |
| Verzeichnisdienst | Univention | Active Directory |
Ein großer Teil der Umstellung ist bereits geschafft, weitere Schritte folgen.
Was daran so gut ist
- Schritt für Schritt: Kein harter Schnitt, sondern ein Plan mit Etappen.
- Bewährte Bausteine: Alle Programme sind seit vielen Jahren im Einsatz.
- Offene Formate: Dokumente bleiben austauschbar.
- Planbare Kosten: Statt Lizenzen pro Arbeitsplatz fließt Geld in Betrieb, Support und Weiterentwicklung.
- Vorbild: Andere Organisationen können vom gesammelten Wissen profitieren.
Was ein kleiner Betrieb davon kopieren kann
Die gute Nachricht: Im Kleinen ist so ein Umstieg oft sogar leichter. Mit fünf oder zehn Personen ist alles schneller organisiert. So könnte es aussehen:
- Office zuerst: LibreOffice oder eine Online-Office-Lösung parallel installieren und für neue Dokumente nutzen.
- E-Mail und Kalender: Auf offene Standards umstellen, zum Beispiel mit Thunderbird.
- Dateien: Die gemeinsame Ablage nach Nextcloud umziehen.
- Besprechungen: Eine offene Lösung für Chat und Videocalls einführen.
- Spezialprogramme: In Ruhe prüfen – manche bleiben einfach, solange sie gebraucht werden.
Ehrlich betrachtet
Ein Umstieg braucht etwas Geduld. Manche Abläufe fühlen sich anfangs ungewohnt an, und einzelne Spezialprogramme haben vielleicht kein direktes Gegenstück. Genau deshalb ist der schrittweise Weg so sinnvoll: Man lernt unterwegs dazu und kann jederzeit nachjustieren.
Damit alle im Team gut mitkommen, helfen kurze Einführungen. Dafür biete ich auch Workshops an.
Die Bausteine kurz vorgestellt
- LibreOffice: Die freie Office-Suite für Texte, Tabellen und Präsentationen. Läuft auf Windows, macOS und Linux.
- Thunderbird: Das bekannte E-Mail-Programm, das auch Kalender und Kontakte verwaltet.
- Open-Xchange: Ein Groupware-Server für E-Mail, Kalender und Kontakte, auch mit Weboberfläche.
- Nextcloud: Dateien, Freigaben und Zusammenarbeit im Team.
- Linux: Ein freies Betriebssystem, das heute auf vielen Büro-Rechnern problemlos läuft.
- Univention: Eine Plattform zur Verwaltung von Benutzer:innen und Rechten.
Was man aus großen Projekten über Menschen lernen kann
Bei jedem Umstieg ist die Technik nur die halbe Miete. Die andere Hälfte sind die Menschen, die jeden Tag damit arbeiten. Ein paar Erfahrungen, die sich immer wieder zeigen:
- Früh informieren: Wenn alle wissen, warum umgestellt wird, steigt die Bereitschaft.
- Ansprechpersonen benennen: Jemand im Team, an den man sich mit Fragen wenden kann, ist Gold wert.
- Kurze Schulungen: Lieber mehrere kurze Einheiten als eine lange.
- Rückmeldungen ernst nehmen: Wenn etwas hakt, nachjustieren.
- Erfolge zeigen: Wenn etwas besser klappt als vorher, ruhig darüber sprechen.
Das gilt in einer Landesverwaltung genauso wie in einem Büro mit fünf Personen.
Fazit
Schleswig-Holstein zeigt, dass Open Source auch für große Organisationen eine praktische und durchdachte Wahl ist. Für kleine Betriebe heißt das: Die Bausteine sind ausgereift, und der Weg ist gut begehbar – in deinem eigenen Tempo. Eine Übersicht der Alternativen findest du unter Alternativen.
Wenn du das auch ausprobieren magst, helf ich dir gern dabei – schreib mir einfach.
Woran du einen guten Cloud-Anbieter erkennst – eine einfache Checkliste
Kriterienkataloge wie C5 oder C3A vom BSI helfen bei der Cloud-Auswahl. Hier eine einfache Checkliste für kleine Betriebe, Kanzleien und Praxen.
Was Stadtwerke vormachen – Sicherheit mit Struktur und Open Source
Energieversorger nehmen IT-Sicherheit besonders ernst. Welche Ideen dahinterstecken und wie kleine Betriebe sie mit Open Source umsetzen können.