DORA und die Exit-Strategie – was jeder Betrieb von Banken lernen kann
DORA und die Exit-Strategie – was jeder Betrieb von Banken lernen kann
Banken und Versicherungen haben seit Januar 2025 eine neue Aufgabe: Mit dem Digital Operational Resilience Act (DORA) müssen sie zeigen, dass ihre IT auch dann funktioniert, wenn mal etwas schiefgeht. Ein Punkt daraus ist besonders spannend: die Exit-Strategie. Also ein Plan, wie man einen IT-Anbieter wechseln kann. Das ist eine Idee, die jedem Betrieb guttut.
DORA in Kürze
DORA ist eine EU-Verordnung für den Finanzsektor. Sie verlangt unter anderem:
- ein gutes IT-Risikomanagement,
- ein Verfahren für Sicherheitsvorfälle,
- regelmäßige Tests der eigenen Widerstandsfähigkeit,
- ein Register aller wichtigen IT-Dienstleister,
- und für wichtige Dienste eine Exit-Strategie.
Die Grundidee: Man soll nicht so abhängig von einem einzelnen Anbieter sein, dass man nicht mehr wechseln könnte.
Warum das auch für dich interessant ist
Du musst keine Bank sein, um von dieser Idee zu profitieren. Frag dich einfach mal:
- Was passiert, wenn mein wichtigster IT-Dienst einen Tag nicht erreichbar ist?
- Komme ich problemlos an alle meine Daten heran?
- Könnte ich zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn sich Preise oder Bedingungen ändern?
Wer auf diese Fragen eine entspannte Antwort hat, schläft ruhiger.
Wie Open Source dabei hilft
Eine Exit-Strategie ist dann leicht, wenn deine Daten in offenen Formaten vorliegen und die Software auf offenen Standards beruht. Genau das ist eine Stärke von Open Source:
| Bereich | Offener Standard | Was das bringt |
|---|---|---|
| Dateien | WebDAV, normale Ordner | Einfach kopieren und mitnehmen |
| Kalender & Kontakte | CalDAV, CardDAV | Funktioniert mit fast jeder App |
| IMAP, SMTP | Postfächer lassen sich umziehen | |
| Dokumente | ODF, aber auch DOCX und XLSX | Mit vielen Programmen bearbeitbar |
| Chat | Matrix | Server kann gewechselt werden |
Und weil du bei Open Source den Server selbst wählst, kannst du auch den Hosting-Anbieter wechseln, ohne die Software zu tauschen.
Eine Exit-Strategie für kleine Betriebe
Das muss kein dickes Dokument sein. Eine Seite reicht oft:
- Welche Dienste sind wichtig? Zum Beispiel E-Mail, Dateien, Buchhaltung.
- Wie komme ich an die Daten? Export einmal ausprobieren.
- Was wäre die Alternative? Für jeden Dienst eine Option notieren.
- Wer macht was? Kurz festhalten, wer sich im Fall der Fälle kümmert.
Wenn du magst, gehen wir das gemeinsam durch – das ist auch ein Teil meiner Beratung.
Ein Beispiel aus einer kleinen Kanzlei
Eine Kanzlei mit fünf Personen geht die Exit-Fragen einmal durch:
| Dienst | Wie komme ich an die Daten? | Format | Alternative |
|---|---|---|---|
| Export der Postfächer | IMAP / MBOX | anderer Mailanbieter | |
| Dateiablage | Ordner herunterladen | normale Dateien | Nextcloud |
| Kalender | Export | ICS / CalDAV | Nextcloud-Kalender |
| Passwörter | Export | CSV / JSON | Vaultwarden |
Dabei stellt sich heraus: Fast alles lässt sich gut exportieren, nur bei einem Dienst ist der Export umständlich. Genau dort lohnt es sich, in Ruhe nach einer offeneren Lösung zu schauen.
Kurz erklärt: ein paar Begriffe
- Resilienz: Die Fähigkeit, auch bei Störungen weiterzuarbeiten und sich schnell zu erholen.
- Konzentrationsrisiko: Wenn viele wichtige Dienste bei einem einzigen Anbieter liegen.
- Informationsregister: Bei DORA eine Übersicht aller IT-Dienstleister und ihrer Leistungen. Im Kleinen reicht eine einfache Liste.
- Exit-Plan: Der dokumentierte Weg, wie man einen Dienst geordnet verlassen kann.
Warum eine Exit-Strategie entspannt
Es geht nicht darum, ständig den Anbieter zu wechseln. Im Gegenteil: Wer weiß, dass er jederzeit wechseln könnte, kann ganz entspannt bleiben – und in Ruhe entscheiden, wenn sich Preise, Bedingungen oder Anforderungen ändern.
Fazit
DORA ist für Banken gemacht, aber die Idee dahinter passt für alle: Sei nie so abhängig, dass du nicht wechseln könntest. Mit offenen Formaten und Open-Source-Software ist eine Exit-Strategie fast schon eingebaut.
Wenn du das auch ausprobieren magst, helf ich dir gern dabei – schreib mir einfach.
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