Open Source an Schulen – welche Lösungen es gibt und was gut klappt
Open Source an Schulen – welche Lösungen es gibt und was gut klappt
Schulen brauchen heute digitale Werkzeuge: für Aufgaben, Dateien, Chat und Videounterricht. Neben Microsoft 365 setzen viele Bundesländer und Schulträger dabei auf eigene Plattformen, die oft auf Open-Source-Software aufbauen. Das ist eine schöne Entwicklung – und sie zeigt, wie alltagstauglich offene Software geworden ist.
Was die Bundesländer anbieten
Bildung ist in Deutschland Ländersache. Deshalb hat fast jedes Bundesland eigene Angebote entwickelt. Einige Beispiele:
| Bundesland | Plattform | Kurz erklärt |
|---|---|---|
| Bayern | ByCS (BayernCloud Schule) | Lernplattform, Messenger und mehr |
| Nordrhein-Westfalen | LOGINEO NRW | Lern- und Arbeitsplattform für Schulen |
| Rheinland-Pfalz | Schulcampus RLP | Zugang zu Lern- und Kommunikationsdiensten |
| Hessen | Schulportal Hessen | Zentrale Plattform für Schulen |
Viele dieser Angebote nutzen bewährte Open-Source-Bausteine wie Moodle (Lernplattform), BigBlueButton (Videounterricht) oder Nextcloud (Dateien). Daneben gibt es auch kommerzielle Lösungen wie IServ, die an vielen Schulen im Einsatz sind.
Warum Open Source an Schulen gut passt
- Daten in Europa: Die Plattformen laufen meist in Rechenzentren in Deutschland.
- Planbare Kosten: Keine Lizenz pro Schüler:in.
- Anpassbar: Schulen und Länder können die Software an ihre Bedürfnisse anpassen.
- Lerneffekt: Kinder lernen, dass es mehr als ein großes Software-Ökosystem gibt.
- Offene Formate: Arbeiten lassen sich leicht exportieren und weiterverwenden.
Typische Bausteine im Überblick
| Aufgabe | Open-Source-Lösung |
|---|---|
| Dateien und Ordner | Nextcloud |
| Office-Dokumente | ONLYOFFICE oder Collabora |
| Videounterricht | BigBlueButton oder Jitsi |
| Chat | Element (Matrix) |
| Lernplattform | Moodle |
| Umfragen | Nextcloud Forms |
| Whiteboard | Excalidraw oder das Nextcloud-Whiteboard |
Was Familien, Vereine und Nachhilfe davon mitnehmen können
Was an Schulen funktioniert, klappt auch im Kleinen:
- Familien können Fotos, Termine und Dokumente in einer gemeinsamen Nextcloud ablegen.
- Vereine organisieren sich mit Chat, Kalender und Dateiablage – ohne Lizenzkosten pro Mitglied.
- Nachhilfe-Lehrkräfte nutzen Videocalls und geteilte Ordner für Arbeitsblätter.
So startest du
- Überlegen, was ihr braucht: Dateien? Chat? Videocalls?
- Klein anfangen: Mit einem Baustein starten, zum Beispiel einer gemeinsamen Nextcloud.
- Alle mitnehmen: Eine kurze Einführung hilft, damit alle sich wohlfühlen.
- Ausbauen: Wenn es gut läuft, kommen weitere Werkzeuge dazu.
Wenn du lieber ein paar Grundlagen in Ruhe lernen möchtest, schau bei meinen Workshops vorbei.
Tipps für Eltern
Auch zu Hause kannst du ein paar Ideen aus den Schulen übernehmen:
- Gemeinsamer Familienkalender: Mit Nextcloud und CalDAV landen Elternabende, Training und Arzttermine auf allen Handys.
- Fotos sicher teilen: Statt Bilder in große Gruppen-Chats zu schicken, lassen sich Alben per Link mit Passwort teilen.
- Offene Office-Programme: LibreOffice ist kostenlos und reicht für Referate, Bewerbungen und Hausaufgaben völlig aus.
- Gespräche über Daten: Mit Kindern darüber reden, welche Apps welche Daten sammeln – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Tipps für Vereine und Nachhilfe
- Ein Ort für alles: Satzung, Protokolle und Mitgliederlisten in einem geteilten Nextcloud-Ordner mit klaren Rechten.
- Chat für den Vorstand: Ein Matrix-Raum, in dem Absprachen nicht zwischen privaten Nachrichten untergehen.
- Videocalls ohne Konto: Mit Jitsi oder BigBlueButton reicht ein Link – die Teilnehmenden brauchen nichts zu installieren.
- Formulare: Anmeldungen und Umfragen lassen sich mit Nextcloud Forms erstellen.
Weil keine Lizenz pro Person anfällt, ist das gerade für Vereine mit vielen Mitgliedern attraktiv.
Fazit
Viele Schulen zeigen, wie gut Open Source im Alltag funktioniert. Das Schöne: Die gleichen Werkzeuge stehen auch dir zur Verfügung – für die Familie, den Verein oder das kleine Büro.
Wenn du das auch ausprobieren magst, helf ich dir gern dabei – schreib mir einfach.
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